Strafrecht

Wenn man ehrlich ist, ist nahezu jeder schon einmal mit dem Strafrecht in Berührung gekommen, sei es weil man schwarzgefahren ist, weil man sich unerlaubt vom Unfallort entfernt hat oder weil man eine Sachbeschädigung oder gar eine Körperverletzung begangen hat. Aber auch durch unbeabsichtigte Nachlässigkeiten können Straftaten entstehen, beispielsweise wenn eine Rechnung im Papierstapel untergegangen ist und nicht bezahlt wurde. Dabei ist nur die Frage, ob es letztendlich auch zu einer Anzeige kam.

Das Strafrecht stellt derartige Vergehen unter Strafe, um das Individuum und dessen Güter zu schützen. Wird gegen die Normen des Strafrechts verstoßen, so erfolgt eine Sanktion. Im Strafprozess stehen sich allerdings nicht wie im Zivilrecht zwei Parteien gegenüber, vielmehr steht der Angeklagte dem Staat und den ihn vertretenden Staatsanwalt „als Gegner“ gegenüber.
Geregelt ist das Strafrecht in Deutschland grundsätzlich im Strafgesetzbuch. Ergänzt wird as Strafgesetzbuch beispielsweise durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) oder das Waffengesetz (WaffG). Unter welchen Voraussetzungen ein Strafverfahren stattfindet, wird durch das formelle Strafrecht in der Strafprozessordnung (StPO) geregelt.

Wurde gegen eine Norm des Strafgesetzbuches verstoßen und wurde dieser Verstoß bei der Polizei angezeigt, so leitet diese die Informationen an die Staatsanwaltschaft weiter. Die Staatsanwaltschaft leitet sodann ein so genanntes Ermittlungsverfahren ein, bei dem es darum geht den Tathergang und die Sachlage zu klären. Dafür bedient sich die Staatsanwaltschaft zumindest den Informationen der Polizei oder eines Sachverständigen. Auch der Beschuldigte selbst muss zu den Geschehnissen vernommen werden. Beschuldigte sollten sich dabei stets überlegen, ob sie den Rat eines Anwalts hinzuziehen, da ein Strafverfahren viele komplexe Probleme birgt. Kann sich der Beschuldigte auf Grund seiner persönlichen Situation keinen Verteidiger leisten, so besteht die Möglichkeit ihm einen Pflichtverteidiger beizuordnen. Die Pflichtverteidigerkosten werden dann von der Staatskasse übernommen.

Die Staatsanwaltschaft kann unter bestimmten Voraussetzungen, etwa wenn kein hinreichender Tatverdacht vorliegt, das Ermittlungsverfahren schließlich einstellen. Gelangt die Staatsanwaltschaft jedoch zu der Erkenntnis, dass der Beschuldigte hinreichend tatverdächtig ist, so erhebt sie Klage gegen ihn. Entscheidet das zuständige Gericht schließlich, dass die von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Anklageschrift es rechtfertigt, ein Hauptverfahren zu eröffnen, so wird ein Hauptverfahren eröffnet. In der Hauptverhandlung muss sich der Angeklagte je nach Tat vor mindestens einem Richter verantworten. Bei schweren Delikten des Strafrechts wird vor so genannten Kammern am Landgericht verhandelt. Diese sind mit drei, in Ausnahmen auch zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzt. Gegen das Urteil aus der Hauptverhandlung kann zumeist Berufung zur nächst höheren Instanz eingelegt werden.